Die Bedeutung vom Atem

    Die Gasnatur der Luft ist gewissermaßen verwandt mit der Natur vom Stoff, den die lebenden Organismen mit dem das Bewusstsein fixieren. Hiermit haben die Beziehungen zwischen diesen Stoffen die größte Bedeutung bei Erzeugung des elektromagnetischen Phänomens, das sich im Kotakt mit dem Körper als seine Vitalität erweist. Wichtig ist dabei nur das, daß im Berührungspunkt von gasigen oder sogar höheren Stoffen und physischen Stoffen diese Kontakte eher ein Ergebnis von karmischen Dispositionen als von bewussten Prozessen sind. Aus diesem Grunde leben die Geschöpfe unter dem Gesetz der Vorherbestimmung, und der gesamte Prozess des Daseins ist nur ein mechanischer Vorgang.

    Die Yogis, die sich gemäß den Geboten der yogischen Lehre der Konzentrationsdisziplin und der bewussten Atmung unterwerfen, verbreitern eigentlich ihr Bewusstsein bis zum Berührungspunkt von gasigen und noch höheren Stoffen mit den Stoffen physischer Art.

    Obwohl wir insbesondere am Anfang der yogischen Praxis nicht denken können, daß der Yogi die belebenden Aktionen durch die Vorgänge der richtigen Konzentration durchführen kann, können wir uns doch sicher sein, daß man diese auch in kleinerem Maß durch yogisches Atmen durchführt. Die Vorschrift, die aufstellt, daß der Yogi außer der Erhaltung (von sich selbst) in seelischer Ruhe auch im genauen Verhältnis zu diesem Moralstreben die Atemübung ausführt, spricht eben von gleichmäßiger Ein- und Ausatmung, die man bewusst ausführen soll. Und wenn der Yogi diese vorgeschriebene Ein- und Ausatmung unter Bewusstsein über diese Tätigkeit und seinen Körper überhaupt durchführt, bildet er eben durch die Bewusstseinswachsamkeit und die gerichtete Achtsamkeit ein Bindemittel zwischen dem Körper und den höheren Faktoren, von denen der gröbste Repräsentant der Atem ist.

    Wenn daher jemand die Atemübungen nach der Anweisung vom Yoga durchführt und dabei er sich klar bewusst dessen ist, was er gerade macht, hat er zwei heterogenen Faktoren verbunden, nämlich den Körper und die über-gasigen Faktoren. Hierdurch arbeitet er sich langsam hinzu, daß er einstens den Körper in seine Herrschaft bekommen können wird, und zwar durch die bewusste Erhaltung der Körpervitalität auf dem entsprechenden Niveau. Und die ganze Sache verläuft etappenweise. Im Anfangsstadium dieser Bemühung verspürt der Yogi, daß sein Lebenspotential wächst, dessen Charakter der Yoga ablehnt, weil es auf der physischen und vitalen Ebene einwirkt. Darum soll der Yogi fortsetzen, bis er erlernt die höheren Faktoren fesseln, die erlauben mit der Vitalität auf der kausalen Ebene zu manipulieren.

    Im Yoga geht es um viel mehr, als daß man durch bewusste Atmung die Vitalität stärkt, deren Äußerungen animalisch sind; es geht darum, daß der Yogi dorthin gelangt, wo er das Niveau der Lebenskraft mit Charakter von Indifferenz erhöht. Der Yogi geht zwar die Zustände von Anregung der grob sich manifestierenden Lebenskraft durch, weil er jedoch bewusst gleichmäßig ein- und ausatmet, verankert er sich auf dem Feld des sich äußernden Lebens in der Vitalitätsanregung, die ihn dazu führt, daß er sich der Außenwelt gegenüber indifferent benimmt. Das geschieht dann schon durch die richtigen Konzentrationszustände. Daraus geht deutlich hervor, daß beim idealen Vorgang im Yoga sich der Mensch die belebende Macht der bewussten Ein- und Ausatmung nicht vermeiden kann. Damit ist auch gesagt, der richtig durchgeführte Yoga habe einen günstigen Einfluss auf die Erhöhung der Vitalität, die schließlich ein direkter Ausdruck der guten Gesundheit ist. Und vom psychologischen Standpunkt kann am interessantesten eben das sein, daß es hier um solche Atmungsform geht, bei deren man seelisch unbewegt und beständig ist.

    Vom Gesichtspunkt der Erkennung, um die es im Yoga geht, ist das allerdings nicht so interessant, denn eben die ätherischen Atemstoffe rufen eigentlich die Impulse hervor, die der Lymphe die rechte Richtung und Wirkung geben. Und eben durch das richtige oder unrichtige Atmen werden diese ätherischen Stoffe in Rhythmus oder in chaotische Bewegung gebracht, so daß die Ergebnisse nahe liegen. Die Richtlinien für die Erhaltung der guten Gesundheit sind sehr einfach. Die Leute sollten dazu ermuntert werden, daß sie sich der gleichmäßigen, tieferen und bewussten Ein- und Ausatmung widmen, dessen gutes Ergebnis sehr markant zum Ausdruck kommt, wenn sie diese rhythmische Atmung mit der Vergegenwärtigung vom Körper begleiten. Nur auf diese Weise ist es möglich das gewollte Bindemittel zwischen den heterogenen Faktoren vom Körper und Leben zu bilden, und das kann man schließlich für eine Festigung des Lebens im Körper halten.

    Der Yoga hat jedoch vor sich höhere Ziele. Obwohl ist dem normalen Menschen unbegreiflich, daß jemand etwas mehr als eben gute Gesundheit wünschen könnte, eventuell dazu entsprechend gutes Schicksal, gibt es doch nur Menschen, die noch höher gelangen wollen, bis dorthin, wo sie auf die hinreißenden Kräfte der angeborenen Animalität einwirken könnten. Übrigens hängt das alles vom Verständnis ab. Was nützt das, ein stark vitaler Mensch zu sein, wenn das Schicksal, das von wechselseitiger Einwirkung der einzelnen Geschöpfe aufeinander gebildet wird, dem Menschen zum Schluss diktieren kann, was anschließend in seinen Gefühls- und Bewusstseinszuständen abgespiegelt wird. Nur darum wird der belebende Einfluss vom groben Atmung für nebensächlich gehalten, wie immer sie positiv wäre, und der Yoga ist gerichtet auf die Konzentrationsmanipulationen, die höheren Einfluss haben.

    Der Yogi, der bereits die gesamte Phase der richtigen Ein- und Ausatmung durchging, führt die Konzentration durch. Und weil er nach einer bestimmten Schulungszeit fähig ist die Lebenskraft zu begreifen, manipuliert er durch seine Konzentration eben mit dieser. Er registriert die Lebenskraft mit dem Bewusstsein und projiziert sie ins Material seines Körpers, den er derart belebt und anregt mit höheren Stoffen, als welche der Atem bieten kann.

    Das, was der Mensch durch die Konzentration ergreift und was er eben als die Lebenskraft erkannte, hat eine sehr hohe Qualität. So ergreift er die belebende Kraft, die Pulsation der Lebenskraft erhöht, aber die animalische Vitalität nicht hebt, wenn man richtig arbeitet. Darum ist die durch die Konzentration durchgeführte Fixation des bereits geistigen Atems erforderlicher und vom universalen Gesichtspunkt besser. Der Yogi, der auf diese Weise den essentiellen Grundstoff ergreift, der die geistige Ladung des Atems ist, und dem es gelingt diese Konzentration im Rhythmus durchzuführen, führt eigentlich Ein- und Ausatmung auf der Ebene vom Bewusstsein und Willen aus; diese heißt Pranayama oder eigentlich geistiges Atmen.

    Durch das geistige Atmen gerät der ganze Körper Yogis in Rhythmus, und wenn der Yogi in den Körper durch das Bewusstsein nichts anderes als die Lebenskraft hineinträgt, die er begriffen hat, beseitigt er aus dem Körper die stagnierenden Abfallstoffe, womit er seinen Körper durch die reine Vitalkraft des Kosmos läutert.

    Der Körper, den man durch sein Bewusstsein, das die Lebenskraft des Kosmos enthält, nicht durchdringen kann, erhält in sich immer die essentiellen Produkte, die eine Ursache der Funktionsunordnung sind. Somit der Yogi, der seinen Körper durch das Bewusstsein voll von Lebenskraft gut durchdringt, belebt ihn auch in großem Maße, weil er damit die allen im Körper entstehenden Essentialprodukte ausscheidet. Darum ist der Yoga auch in dieser höheren Phase ebenfalls von Gesundheitsnutzen, denn der ganze Körper des Yogis badet sich im essentiellen Stoff des reinen Bewusstseins.

    Vom subjektiven Standpunkt ist die Materie eine bloße Möglichkeit von Wahrnehmungen, und das gilt vor allem vom Körper. In der Disziplin vom Yoga, wo es vorgeschrieben ist, daß man ins Bewusstsein sein ganzes Wesen nimmt, gerät das gesamte Material eigenes Wesens in die belebende Kraft vom reinen Bewusstsein, denn das Ziel vom Yoga ist, daß man sein ganzes Wesen im Bewusstsein umgestaltet. Darum geht man durch Etappen, die für den Körper eine Genesung bedeuten, aber diese sind wirklich nur Etappen. Die Verankerung findet der Yogi erst in der gesamten wesentlichen Transsubstantination. Vom subjektiven Gesichtspunkt kann man das zugeben. Wenn wir nämlich bedenken, daß die Materie einen besonderen Fall vom Bewusstsein oder seine stoffliche Peripherie darstellt, ist das eben die lange Vergangenheit, die Geschöpfe – als einen besonderen Bewusstseinszustand - ins Netz von wirkenden Produkten gebracht hat. Dieses Netz wurde für das Bewusstsein der Körper. Und versucht der Yogi die Materie seines Körpers mit dem Bewusstsein durchzudringen, ist das eben umgekehrter Vorgang als der übliche, so genannte Entwicklungsvorgang; dieser Vorgang macht die Körpermaterie allmählich akzeptabel für das Bewusstsein. Gelingt es einstens dem Yogi die Körpermaterie gänzlich im Bewusstsein zu erfassen, erreichen dann die Produkte, deren Übermaß die Ursache vom physischen Tod ist, nie so hohen Grad, so daß es zum Tode kommen könnte, Dies ist die Ursache des Yogis Unsterblichkeit.

    Die Unsterblichkeit hängt von richtiger Absorption des ganzen Wesens im eigenen Bewusstsein ab. Aber diesen Zustand ist nicht einfach erreichbar. Doch eliminiert der Mensch, der an sich vervollkommnendem Selbst-Bewusstsein arbeitet, viel früher die Lücken vom Nicht-Bewusstsein, und die Kontinuität der Bewusstseinsaugenblicke hilft ihm den Tod wenigstens auf der Bewusstseinsebene beseitigen. Fakt ist nämlich, daß der Tod nicht durch das allmähliche Schwinden des Bewusstseins aus dem Körper eintritt, sondern durch das Bewusstseinsschwinden in einer Krise. Und das ist der Grund, warum die Yogis streben, daß der Sachverhalt ihnen kein Bewusstseinsschwinden aufnötigen könnte. Das Gegenmittel ist eben die Beseitigung von Lücken - Nicht-Bewusstsein.

    Der Mensch, der diese Lücken beseitigt, stabilisiert sein Bewusstsein im Wesen dermaßen, daß die Krise keine Austreibung des Bewusstsein aus dem Körper bedeuten kann, sondern nur seinen Abgang. Solch ein Mensch hat die Unsterblichkeit wenigstens auf der Bewusstseinsebene erreicht. Und bis er während der Jahrhunderte seinen Körper durch das vollkommene Durchdringen (dieses) mit den Stoffen durchleuchtet, die der Mensch durch das Bewusstsein immer fesselt - und zwar dermaßen, daß keine essentiellen Produkte sich hierin häufen können werden - wird sich sein Körper soweit ändern, daß dieser den Charakter von durch die Sinnesorgane wahrnehmbarer Formation verliert. Und dann verschwindet schon der Yogi als ein geistartiges Gebilde in der Natur, auf der Ebene, wo kein Gesetz von Degeneration gilt, das aufgrund der Häufung verschiedenartiger Produkte im Körper tätig ist.