Josef Studeny
Yoga und das Erbe der Gene:

    Zwei scheinbar nicht zusammenhängende Dinge. Und dennoch ist das Gegenteil wahr. In diesem Zusammenhang müssen wir allerdings spezifizieren. Nicht jedes Yoga und nicht die Genetik im allgemeinen. In diesem Falle die Genetik der Gattung Homo Sapiens und das yogische System von Kvetoslav Minarik, genannt Direkter Pfad, in der Überlieferung als integrales Yoga, das in seinem Buch „Das Gespräch der Götter“ im siebten Zwiegespräch beschrieben ist. Allerdings auch in anderen seiner Bücher, z.B. in „Licht von Genien“ und in weiteren.

    Genetisch verschlüsselte Eigenschaften bilden die qualitative Substanz des Organismus. Sie legen elementare Funktionsmechanismen von einzelnen Organen und resultierend die Funktionsmechanismen des gesamten Organismus an, also die Art und Weise der weiteren Entwicklung des Organismus, in welchen Richtungen er abgeschwächt werden wird und das Risiko von Funktionsstörungen und Krankheit. Genetisch codierte Eigenschaften bestimmen die Grundebene der Entwicklung sowie der Existenz des Individuums, und zwar nicht nur auf dem Level der Organismusfunktion, sondern auch im Bereich der inneren Identifizierung des Individuums und seiner Charaktereigenschaften. Es sind daher genetisch verschlüsselte Eigenschaften, welche die Art und den Charakter der Reaktionen auf die Außenwelt bestimmen, gleich wie die Eigenschaften von einzelnen Organen ihre Funktion bestimmen.

    Genetisch verschlüsselte Eigenschaften bestimmen, ob der Mensch a priori gut oder böse ist, ob er sich weiterhin in der Richtung des Guten oder des Übels entwickeln wird. Das Gesetz der Ursachen und Wirkung wird ihn genau dort einreihen, wohin er hin gehört.

    Durch zielbewusste erzieherische Wirkung kann man diese Reaktionen, die vom Code der genetischen Eigenschaften gegeben sind, beeinflussen, eventuell mildern. Es ist jedoch unmöglich, diese durch einfache Erziehung grundsätzlich zu verändern, weil sie von langjährigen karmischen Voraussetzungen gegeben sind. Soll die Qualität des Menschen grundsätzlich und relativ schnell und stabil geändert werden, ist es nötig eine zielbewusste Einwirkung von Energien zu benutzen, die wir vielleicht transzendent nennen können. Diese sind vornehmlich die Geistes- und Bewusstseinsverfassungen, wie Freudigkeit ohne Ursache, Glückseligkeit, Imagination von Licht, Frömmigkeit und ähnliche, unterstützt vom Glauben an das universale Gute, bzw. an die Gottheit. Diese sind in Wirklichkeit die Inhaltsenergien anderer Sphären, die eigentlich eine sehr harte Strahlung darstellen, und diese Energien sind imstande – wenn richtig benutzt – den finsteren und negativen psychologischen Gehalt des Körpers zu verbrennen, der von der genetischen Anlage gegeben ist. In Anbetracht dessen, dass diese genetischen Eintragungen im Fleisch des menschlichen Körpers verankert sind, ist es nötig, diese intensive Einwirkung der transzendentalen Qualitäten auf die robusteste Masse des physischen Körpers zu zielen, auf die Muskulatur, spezifisch auf die Beinmuskulatur. Den Rest wird schon die durch diese permanente Bemühung ausgelöste Kettenreaktion verrichten.

    Gleich wie durch unvollkommene und seltene wissenschaftliche Eingriffe der Genetiker einige Auswirkungen der Krankheit oder fehlerhafter Entwicklung des Organismus sowie der Funktion von Organen zu beseitigen sind, indem die Gene und deren Funktionen beeinflusst werden, so ist durch die dauernde Wirkung auf die genetisch kodierten Eigenschaften die Triebkraft des Bösen, d.h. Selbstsucht, bis zu ihrer Unterdrückung oder Tilgung zu beseitigen. Das ist eines der Ziele des Integralyoga, der Lehre, wie sie der Meister des Yoga, Kvetoslav Minarik, gebracht hat.

    In seinen Büchern spricht er über direktes Erkennen, mit welchem man an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anknüpfen kann, und zwar an die Physik und Genetik. Und wichtig ist, dass sich Möglichkeiten zeigen, nach denen die Wissenschaftler eben heute forschen. Kvetoslav Minarik zeigt, wie man in die angeborenen Eigenschaften des Menschen im Rahmen der Vererbung eingreifen kann, aber auch wie neue Charakteristiken der Wesensqualitäten zu bilden sind. Es gibt hier jedoch einen grundsätzlichen Unterschied gegenüber der wissenschaftlichen Forschung. Der Wissenschaftler hat einen Gegenstand, ein Erforschungsobjekt und legt es z.B. unter das Mikroskop oder ein anderes Gerät, eventuell wirkt er darauf chemisch oder durch eine Strahlung ein, wogegen der Yogi sein eigenes Wesen untersucht. Daher studiert der Wissenschaftler meistens das leblose Gewebe, wogegen der Yogi die Möglichkeit hat, die Forschung im lebenden Organismus vorzunehmen. Das Forschungsobjekt ist aber hier er selbst; und sein Wesen untersucht er mit streng antrainierter Beobachtungsfähigkeit. In der Yoga-Fachterminologie nennt man das TIEFE EINSICHT. Sie ist eine analysierende, beschauliche Konzentration, mit deren Hilfe man imstande ist das ganze Menschenwesen und seine natürliches Sein zu erkennen und zu zergliedern. In Anbetracht dessen ist die Einsicht das einzige Werkzeug, mit welchem man in ein lebendes Wesen eindringen kann, ohne seine Gesamtstruktur zu schädigen. Mit äußeren Instrumenten kann man nur Leichen sezieren.

    Der Zweck dieses Artikels ist jedoch nicht zu erklären, wie man diese Fähigkeiten erreichen kann, das ist in Kvetoslavs Büchern beschrieben. Dieser Artikel ist nur ein Hinweis, wie man dazu gelangen kann, wovon im Nachfolgenden die Rede ist.

    Die Wissenschaftler gelangten zu dem beachtenswerten Erkenntnis, die Eigenschaften des Menschen seien als erbliche Eintragungen in den Zellen unseres Körpers, in den Genen, in den Ketten der DNS verankert. Sie beginnen zu begreifen, dass diese Eintragungen, codiert in jenen DNS-Ketten, nicht nur das Wachstum und die Entwicklung, sondern auch das Gefühls-, bzw. das Vernunftverhalten der Leute beeinflussen. Das ist sicherlich eine wichtige Entdeckung. Den Wissenschaftlern geht es nun darum, wie diese Eintragungen zu beeinflussen sind, so dass die fehlerhaften annulliert und die gewollten eingesetzt werden. Es ist bestimmt eine lobenswerte Mühe. Es gäbe große Perspektiven, einen neuen Menschen mit gewollten Eigenschaften zu bilden. Gesetzt den Fall, dass dies gelingen würde. Welch eine schöne Gelegenheit und Möglichkeit zum Missbrauch. Die gegenwärtige kommerzialisierte Gesellschaft würde schnell darauf kommen, welche Menschentypen geboren werden sollen, um einen finanziellen Profit zu erzielen. Ein typisches Beispiel dafür ist die amerikanische „New Age“ Bewegung, die bereits kommerziell missbraucht worden ist. Mit Rücksicht darauf, dass viele Wissenschaftler von heute bereitwillig ihr Wissen jedem beliebigen zur Verfügung stellen, nur um sich wichtig machen zu können und den Ruhm zu ernten, und eventuell falschen Ideologien dienen, würde die jetzige Hölle auf der Erde gewaltig vervielfacht. Vorläufig scheint es nicht, dass sie in diesem Streben erfolgreich sind – zum Glück.

    Jetzt schweife ich ein wenig ab und komme zu der Zeit der Finsternis, d.h. zur Zeit der kommunistischen Unterdrückung zurück. Damals war die einzige Informationsquelle die Sendung des ausländischen Rundfunks. Von besonderer Wichtigkeit war der Sender FREIES EUROPA. Er sendete nicht nur die Politik, sondern auch religiöse und philosophische Betrachtungen. Bald fing ich an diese religiösen Sendungen zu übergehen. Was mich störte war die Unlogik und Unwissenheit, und die oftmals mittelalterlichen Anschauungen. Einmal waren das stilistische Übungen schöner Worte, deren Aufgabe es war die Gefühle zu ergreifen, ein andermal – eigentlich am häufigsten – ein Haufen von Unwissenheiten. Ich bin nämlich ein Buddhist der Mahayana-Richtung, und so erscheint die Welt für meine Augen wesentlich verschieden gegenüber dem was – nehmen wir ein Beispiel - der Pater Hlinka aus FREIES EUROPA erläutert, und natürlich nicht nur er.

    Einmal hörte ich ihn belehren, wie die Gottessuche aussehen sollte. Seine Anweisungen waren eigentlich durchaus nicht schlecht, so irgendwie soll tatsächlich die Praxis vom Bhakti-Yogi praktiziert werden. Nur daß der Abschluss ein Beweis großer Unwissenheit des Herrn Paters war. Er sagte nämlich: „Und wenn Sie schon näherkommen zu Gott und Ihr Herz brennen wird, vergessen Sie den Körper, denn er ist unrein, mit ihm dürfen Sie zu Gottes Herrlichkeit nicht kommen, sie dürfen damit die Majestät Gottes nicht verunreinigen.“ Hiermit erklärte er kurz und bündig das System der Kirchenreligion, bzw. der christlichen Mystik. Er drückte die Ursache vom Unglück der christlichen Kultur aus, die in grauenhafte Aussichten der Gegenwart mündete. Die christlichen Theologen begriffen bisher nicht, worauf schon die Wissenschaftler gekommen waren, und zwar, daß das Menschenschicksal in genetischen Eintragungen, d.h. in der Materie des Menschenkörpers „verzaubert“ ist. Sie kamen nicht darauf, daß die Schicksale der Leute nur durch die Änderung der Körperqualität zu ändern sind, genauer gesagt, durch einen Eingriff in die codierten Eigenschaften. Das können allerdings nicht mal die Wissenschaftler, das ist nur eine Voraussetzung.

    Nehmen wir jetzt das Problem der genetisch codierten Eigenschaften vom Gesichtspunkt der Lehre von Kvetoslav Minarik. Der Meister sagt ebenfalls, der Träger der Eigenschaften des Menschen (aber auch anderer Geschöpfe) sei der Körper, die Körpermasse – der Gehalt der Körperzellen. Im Unterschied zu den Wissenschaftlern zeigt er jedoch, daß diese Eigenschaften doch zu ändern seien, und zwar aus eigenen Antrieb und mit eigenen Mitteln. Jeder Einzelne an sich selbst. Diese Arbeit wird (vom Guru) genau koordiniert, und jeder Mensch, der dazu herangereift ist, kann sie beginnen. Im Unterschied zu wissenschaftlichen Laboratorien braucht er dazu keine Investitionen, nur einen starken Willen, und nach einer gewissen Anfangszeit einen richtigen und sachkundigen Guru, wenn sein Weg erfolgreich und beschleunigt sein soll.

    Selbstverständlich gibt es vorläufig nicht viel Leute, die gewillt sind diesen Weg anzutreten, und auch ist diese neue Denkweise bisher nicht im Bewusstsein der Leute verankert, wie z. B. Christentum und Materialismus.

    Was ist diese Lehre? Es ist eine Psychologie, die an die Physik anknüpft. Als Psychologie zieht sie alle mentalen und geistigen Komponenten in Betracht, und als Physik bezieht sie in ihre Wirkung den Körper ein. Sie spezifiziert genau ihre Wechselwirkung in ihren karmischen (Schicksals-) Beziehungen und zeigt, wie man in diese Verbindungen eingreifen kann.

    Wie ich schon anführte, im Einklang mit der wissenschaftlichen Erkenntnis sagt der Meister, in der Materie, bzw. im Fleisch des menschlichen Körpers, seien die guten sowie die schlechten Eigenschaften verankert, hierdurch jedoch auch das ganze Schicksal, in yogischer Terminologie KARMA genannt. Er besagt, diese Eigenschaften und daher auch das Schicksal seien zu beeinflussen, und zwar nicht nur für dieses Leben, sondern auch in Entwicklungsfortsetzung von sowohl dem Einzelnen als auch der ganzen Gemeinschaft.

    Der physische Körper stellt ein energetisches Potential von relativ niedriger Spannung dar. Je tiefer der Mensch auf dem Moralniveau steht, desto niedriger ist sein energetisches Potential. Schlechte Eigenschaften, wie z.B. Neid, Hass, Pessimismus, Trauer sind dunkel – und daher haben sie ein sehr niedriges energetische Potential. Die Amplituden dieser Energien sind klein. Die Vibrationen dieser Energien sind langsam. Dem gegenüber Freude, Optimismus, Gute, Liebe, Frömmigkeit usw. haben viel kürzere Wellen und sind daher auch härter in Wirkung. Und diese Feststellungen, erkennbar durch die tiefe Einsicht, benutzt das integrale Yoga von Kvetoslav Minarik zur Wandlung der kodierten Eigenschaften.

    Wenn der Yogi im Sinne und Bewusstsein die Freude erzeugt und diese im Bewusstsein genügend stabil verankert, annulliert er unter bestimmten Umständen jene dunklen, im Körper eingefleischten Vibrationskomponenten, und ersetzt diese durch gewollte Qualitäten.

    Es gibt allerdings nicht nur eine Methode, wie diese Änderungen vorzunehmen sind, und auch nicht jedes Verfahren passt für jeden Menschen. Von mehreren Möglichkeiten nenne ich hier zwei Methoden, von denen die erste ziemlich einfach ist, und jeder Mensch guten Willens kann diese durchführen. Im voraus muss ich hinweisen: yogische Übungen sollen - und manche dürfen auch nicht – in Gesellschaft vorgenommen werden, sondern immer im Alleinsein, was aus den Beispielen resultiert.

    Die erste Übung ist einfach, aber sehr wirksam. Sie erfordert eine Möglichkeit physischer Arbeit. Zum Beispiel während der Hausarbeit, bei der Gartenarbeit und anderen Alltagspflichten die eine gewisse Überwindung der inneren Trägheit erfordern. Zunächst muss man lernen in sich den Zustand der Freude ohne Ursache und innerer Helle hervor zu rufen und zu halten. Das gelingt am besten durch innere Erbauung und innerliches Rufen zur Gottheit und durch das Wünschen von „allen Gutem für sämtliche Wesen“ (mettá), aber in sein Herz hinein. Festigt man diesen Zustand in sich, wenigstens für einige Zeit, und beginnt man (in diesem Zustand) physisch zu arbeiten (was Körperbewegungen bedeutet), wird hierdurch der Zustand der Freudigkeit, bzw. der Helle, durch die Körpermasse absorbiert. Das erkennt jeder, der mit dieser Arbeit anfängt. Bald erkennt er jedoch auch, wie schwer es ist die heitere Freude im Bewusstsein zu halten und gleichzeitig sich auch aller Körperbewegungen bewusst zu sein. Wenn die Freude verschwindet, muss man die Arbeit unterbrechen und den Zustand der Freude erneuern, und erst dann weiter arbeiten. Dieses System bringt allerdings die Ergebnisse nur in dem Falle, wenn man es als eine Lebensweise auf Dauer annimmt. Scheint Ihnen dieses Vorgehen wohl nicht-yogisch oder unreal? Versuchen Sie es und Sie werden sehen. Dies mag sein – und in Wirklichkeit ist das – eine Grundlage für die Yogas höherer Art, wo den Erfolg nur derjenige haben kann, der sich ohne Ursache unter allen Umständen zu freuen weiß. Die geistigen Lehren sind für alle, die sich von den Zwängen der Lebenszufälligkeiten losmachen wollen, und diese bewusste Tätigkeit ist wirklich imstande im Menschen die finsteren Depots aus den genetischen Dispositionen zu löschen. Aber dies muss jeder an sich selbst ausprobieren. Zuerst muss er sittlich genesen, bevor er den Weg der hohen Yogas antreten kann. Und ständig und ohne Ursache sich freuen erfordert große Moralkraft.

    Die zweite Methode ist für diejenigen geeignet, die keine Möglichkeit physischer Arbeit im Alleinsein haben, die aber über mehr Zeit verfügen. So wie bei der ersten Methode erzeugt der YOGA Aspirant im Sinne und Bewusstsein den Zustand der Freude, und später – wenn er imstande ist – auch Glückseligkeit, und entweder auf dem Stuhl oder im yogischen Sitz, z.B. im SWASTIKASANA sitzend, beginnt er sich die Oberfläche der Beine in deren Form von den Zehen bis zu den Hüften sich zu vergegenwärtigen. Er hält daher im Bewusstsein zwei Pole. Oben den transzendenten Pol, d.h. die Freudigkeit oder die Bewusstseinshelle, die eine andere Weltalldimension darstellt, und unten die Beine, die den materiellen Pol repräsentieren. Der obere Pol dient als das Milieu von hoher Spannung, in dem sich die Qualitäten des materiellen Objekts durch die Vergegenwärtigung umwandeln. Der Körper stellt für jene zarten Energien der Hochspannung ein supraleitendes Milieu dar.

    Es gibt sicherlich mehr Methoden, wie man mit der Umwandlung von Wesensqualitäten beginnen kann, aber diese zwei genügen für diejenigen, die gerne ihr Karma beschleunigen möchten. Da der physische Körper die tiefste Dekadenz des kosmischen Schaffens darstellt, tritt hier der Yogi die Körperumwandlung an – er kehrt zu seinem Ursprung zurück, und zwar nicht nur mental, sondern auch physisch. Und das ist der Zweck von jedem richtigen Yoga. Alle diese Arbeiten sind allerdings nicht so einfach, und diese zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen erfordert den ganzen Menschen und es kann sehr lange dauern. Einmal muss man jedoch anfangen. Das gilt für jeden, der schon ausreichende Menge karmischer Erfahrungen gemacht hat und den das Leben schmerzlich berührt. Wir, die diesen Weg gehen, bleiben hier jedoch auf der Erde um den Leuten zu zeigen, daß auch man hier glücklich und harmonisch leben kann.

    Der übliche Mensch ist nicht imstande systematisch und hochintensiv an sich zu arbeiten, und um die Fähigkeit zu erreichen, den Geist in eine Richtung zu lenken, muss er zuallererst tugendhaft, mit hoher Moral leben. Das Yoga heisst ja der Weg zu den Göttern. Und damit er so leben kann, müssen wir ihm zeigen, wie zuerst aus den Schicksalsdispositionen alles zu löschen ist, was er sich in die Welt als Stammeseigenschaften mitgebracht hatte, das heißt die genetisch codierten Eigenschaften, die in ihm aufbewahrt sind und ihm sein Benehmen diktieren. Der Mensch denkt, fühlt und handelt nicht frei, sondern unter dem Diktat jener Eintragungen, die in seinen Genen registriert sind und die dorthin während zahlloser Generationen gespeichert wurden. Das heißt nicht nur die Gesundheit und Krankheiten, sondern seine sämtlichen psychologischen Fähigkeiten und Eigenschaften sind durch jene Eintragungen bedingt.

    Um es besser zu begreifen, müssen wir auch die Gesetzmäßigkeiten unserer Geburt, vor allem der Empfängnis kennen. Für die Empfängnis des Kindes sind drei Faktoren notwendig, und zwar der Mann und die Frau, und der dritte Faktor – ist jene Intelligenz, die sich verkörpert. Es kann beispielsweise ein verstorbener Mensch, der den Todesbardo durchging und sich erneut verkörpern muss sein, oder auch ein Wesen aus einer anderen Sphäre - ob höheren oder niedrigeren als unsere materielle Welt. Ohne diesen Faktor kommt es zu keiner Befruchtung. Und dieses Wesen ist der primäre Faktor in der Qualität des zu empfangenen Geschöpfes. Dieses Wesen ruft bei den Eltern die entsprechende Geistesverfassung und Stimmung hervor, welche die genetische Eintragung beeinflusst, bzw. modifiziert. Aber zugleich gilt es auch, daß die genetische Qualität der Eltern oder die Qualität ihrer Körper die Art des Wesens beeinflusst, das seine Inkarnation aussucht. Diese Gesetzmäßigkeit kennt die Wissenschaft nicht, weil sie nicht eben jenen Teil des subliminalen Bewusstseins anerkennt, in dem sich alles abspielt, und sie anerkennt nicht einmal die transzendenten Lebensqualitäten. Dies ist nur durch die tiefe Einsicht erkennbar.

    Der direkte Pfad kennt selbstverständlich alle diese Gesetzmäßigkeiten und auch die Methoden, wie die Bedingungen für die Geburt vom glücklichen und gesunden Menschen zu beeinflussen sind. In Wirklichkeit kennt er die Voraussetzungen für die Entstehung einer neuen vollkommenen Rasse.

    Demonstrieren wir nun das, was ich bisher beschrieben habe, auf einem praktischen Bespiel. Dieses Beispiel ist durchaus nicht so theoretisch, und es wäre möglich, es durch die Wirklichkeit zu ersetzen, selbst wenn es nicht vollständig ist.

    Nehmen wir zwei junge Leute, die noch hohe Ideale und die Energie haben. Fangen sie an mit einer der angeführten Methoden ihre Körper von dunklen Stammeseintragungen „ auf technische Weise“ zu läutern – und diese Eintragungen hat jeder Mensch – besteht hier eine Voraussetzung, daß die Kinder, die aus ihrer Verbindung geboren werden, diese modifizierten, genetisch verschlüsselten Eintragungen vererben werden, und an denen weiter arbeiten werden. Und ihre Kinder mögen dann schon helle und sehr glücklich lebende Geschöpfe sein. Hierdurch kann wirklich eine neue Rasse entstehen, eine Rasse von Gottesmenschen, weil sie durch ihre Lebensweise ihre Physis so weit veredeln, daß sie Inkarnationen der Wesen aus den Sphären von Göttern und Engeln ermöglichen. Derart hat die Aristokratie arbeiten sollen!

    Es wäre ein großer Irrtum zu denken, die Arbeit mit den Vorstellungen, bzw. Imaginationen, sei eine absolute Unwirklichkeit. Diese unsere Welt existiert ja de facto für uns nur deshalb, weil wir so hart von deren Existenz überzeugt sind. Für vervollkommnete Sinne des Yogis oder Mystikers kann sie nur ein Schattenspiel sein, und für die Bewohner einer anderen Sphäre gibt es sie praktisch nicht, wohl so, wie wir durch unsere Sinne die Gottessphäre nicht wahrnehmen. In unserer Einbildungskraft können wir uns nichts vorstellen, was im Kosmos bereits nicht gewesen wäre. Demnach kann auch unsere Imagination nur mancher der kosmischen Wirklichkeiten entsprechen. Und ist sie richtig gewählt und zur Vollendung geführt, so wird sich diese Sphäre mit allen deren Attributen kundgeben - allerdings nur für den betreffenden Yogi.

    Denken Sie, ich spreche über Chimären, ich sei ein unrealistischer Enthusiast? Ich versichere Ihnen, daß jeder Mensch, der die tiefe Einsicht erlangte, diese Prozesse beobachten kann. Der psychologische Bereich wird ihm genauso reale Wirklichkeit, wie diese materielle Welt. Aber die Teilergebnisse der erwähnten Arbeiten bemerkt bald jeder, der diesen Weg ehrlich antritt. Der Yogi ist und muss immer ein Realist sein, selbst wenn er sich z.B. gerade in himmlischen Sphären bewegt. Andernfalls wäre er kein richtiger Yogi, sondern nur ein Schwärmer. Die Mehrheit davon, was sich bei uns üblich als Yoga präsentiert, ist in Wirklichkeit überhaupt kein Yoga. Die Interpreten solcher Systeme haben gar keine Ahnung, worum es sich handelt. Die Wissenschaft kann kaum erfolgreich mit ihren zu groben Instrumenten in die genetischen Eintragungen eingreifen. Und selbst wenn so etwas gelingen würde, droht hier immer die Gefahr, daß die Wissenschaft Bastarde erzeugen wird, weil sie nicht den Weg der universalen Sittlichkeit geht, was für das Yoga Alpha und Omega seiner Praxis ist. Ein gewisser Philosoph sagte, die Leute von heute halten es nicht mal eine Stunde aus vor dem Sakrament zu knien, ohne es zu entweihen. Sie missbrauchen alles zu gewinnsüchtigen und auch schlimmeren Zielen. Das Christentum betraf dasselbe Schicksal, weil es eben nur den psychischen Wesensteil vervollkommnet hatte, und der materielle Teil dem negativen Prinzip zur Verfügung gestanden war. Kvetoslavs Lehre lässt sich jedoch nicht missbrauchen. Dagegen wurden alle wissenschaftlichen Erfindungen missbraucht, so daß daraus folgt, daß der bisherige Wissenschaftstrend nicht die rechte Richtung hat. Steht nicht die Menschheit infolge dessen nicht nur vor ihrer Vernichtung, sondern auch vor der Möglichkeit, die ganze Erde zu zerstören? Ein durch dieses Yoga-System von Kvetoslav Minarik erzogener Mensch kann nie zu solchen Ergebnissen kommen. In seiner genetischen Basis verändert, wird er in seinem Denken und Fühlen eine ganz andere Richtung schreiten.

    Das Christentum war bestrebt den Geist zu veredeln, und in vielen Fällen gelang es. Den Körper hingegen sahen die Theologen und auch viele Mystiker für ein sündiges Ding an, von welchem man sich dringlich abwenden muss wie von der Quelle alles Bösen. Der veredelte Geist war jedoch jenes Asoth Commeniii (der veredelte Geist), das statt zur Transmutation der Materie angewendet zu werden, entflog. Und hier blieb all das Böses, das in der Materie wirklich „verzaubert“ ist. Auch das ist eine der Ursachen der gegenwärtigen Tragödie der Menschheit.

    Im esoterischen Christentum musste von der Körperwandlung etwas bekannt sein. Jesus erbrachte einen Beweis dessen, indem er seinen materiellen in geistigen Körper umwandelte. Der einzige Beweis dessen sei vielleicht Turiner Leinwand. ER strahlte sich aus. Nirgendwo finden wir ein Wort über diese Arbeiten. Meines Wissens spricht davon aus den bekannten geistigen Lehren einzig und allein die tibetanische Schule Kagyüpa. Die Lehre von Kvetoslav Minarik ist eigentlich dieselbe Lehre, die hierher ins Europa übertragen wurde, und die so interpretiert wird, daß sie die Einwohner vom Okzident begreifen können. Das, was ich hier geschrieben habe, reicht allerdings nicht zur Erlangung des Ziels des höheren Yogas, aber es ist ein Anfang des Weges dazu.

    In den alten Lehren waren diese Praktiken immer ein Geheimnis nur für einen ausgesuchten Kreis von Schülern bestimmt. Jetzt schreibt darüber Meister Minarik in seinen Büchern ganz ungehindert, aber es bleibt weiterhin ein Geheimnis, weil die Leute nicht verstehen. Dasselbe sagte auch die große Reisende A. David Neel, wenn sie behauptete, von den tiefsten Geheimnissen können Sie auf der Straße reden, und trotzdem bleiben sie geheim. Die Leute, betäubt von falschen Lehren des Westens werden nicht begreifen. Wird sich jetzt etwas ändern? Wir glauben ja. Jetzt beginnt ein neues Zeitalter, das Wassermann Zeitalter, das eine Ausdehnung von Weisheit und Harmonie bedeutet. Meister Minarik beschreibt es folgendermaßen: „Des Brahmas Zeitalter ist abgelaufen. Es war voller Gewalt und Blut. Jetzt beginnt der Zeitraum Vishnus, der glücklicher sein wird. Aber erst das Zeitalter Shivas wird das goldene Zeitalter sein.“ Und das ist noch in sehr ferner Zukunft. Vorläufig ist nicht einmal für Vishnus Zeitalter der Boden geebnet.

    Das von der amerikanischen kommerzialisierten Gesellschaft propagierte „New Age“ ist ein Unsinn. Das neue Zeitalter beginnt hier, in Europa, aber erst dann, wenn Europa geläutert worden ist – und das wird noch sehr weh tun.

In Nemojov, 18.11. 1992