Begleiterscheinungen und Ergebnisse der geistigen Bemühung

    Der Sinn kann durch die Aufmerksamkeit zu physischen oder psychischen Tatsachen oder sogar zur Leere des Absoluten geführt werden. Hinsichtlich des wesensverschiedenen Charakters der Objekten, zu denen die Konzentration geleitet werden kann, kommt ebenfalls zu ungleichartigen Begleiterscheinungen in geistiger Anstrengung. Die vorzüglichsten Reaktionen ergeben sich aus der Konzentration des Sinnes oder der Aufmerksamkeit auf die reine Leere. Ob die Sinneswelt bildende Kräfte ausgewirkt (d.h. durch die Sinne oder physikalisch feststellbar und daher ins Bewusstsein tretend) oder latent (d.h. außerhalb der Grenze möglicher Wahrnehmung und darum dem Bewusstsein entschwindend) sind, verhindern sie immer den Erwerb der klaren Einsicht in die Wirklichkeit. Mystische Übungen (nämlich Konzentration von Sinn und Aufmerksamkeit) weisen eine Entwicklungslinie auf. Zunächst beziehen sie sich auf das grobe Material (den physischen Körper), später auf alle psychische Komponenten, und allerspätestens auf die reinsten und unfühlbaren Qualitäten, die in der konkreten Auffassung das Bewusstsein bilden. Dieser Vorgang ist von der Geistesverfassung abhängig. Der nicht übende Mensch beherrscht sein Gemüt nicht, so daß dieses bei ihm zersplittert ist und daher nur für die Tätigkeit auf der Ebene der Differenzierungen befähigt ist. Oder es ist auch tauglich, sich auf ein grobes Objekt - den Körper zu richten. Der Charakter der Reaktion auf diese Konzentrationsart liegt in direkter Beziehung zum Charakter des Gemütsinhaltes. Der Sinn, der in diesem Strebenszustand keine Eindrücke mehr aus der Sinneswelt erfordert, erfüllt den Strebenden mit Kräften von innerlicher Erbauung, geistigem Entzücken und mit Freunden bis Glückseligkeit. Darum führt solche Geistesverfassung rasch zur Konzentration, die einen Läuterungscharakter hat. Wenn aber die freudige Stimmung aufgrund äußeren Ursachen vermittelt wird, erweist es sich später als ein Verfall in die tamasische Leere, aus welcher geistige Depression, Unkenntnis und Erstarkung der Triebe entstehen. Ist der Geist jedoch von äußeren Geschehnissen zerwirkt, kann es die Ursache einer Erkrankung sein. Wenn sich die Konzentration vertieft und so verfeinert, daß sie auf der Ebene psychischer Dispositionen wirkt, wo sie die potentialen schöpferischen Kräfte und Elemente eingreift, bewirkt sie Reaktionen der Astralwelt. Der Charakter der Reaktionen entspricht der Natur vom eingegriffenen Milieu, und sein Charakter steht in direkter Beziehung zur Natur von Denken, Fühlen und Tun. Permanente Konzentration, die sich auf den psychischen Bereich fesselt, bietet die Möglichkeit, die primären Änderungen im Inneren wahrzunehmen, was sich als die Fähigkeit kundgibt, die wir Voraussicht nennen. Psychische Natürlichkeit als der Stützpunkt für die Konzentration resultiert im Erwecken von besonderen seelischen Kräften, Fähigkeiten und Wissen. Die Festigung des Bewusstseins im Sinne und im seelischen Bereich bietet die Möglichkeit, aus dem Körper in die Astralwelt bewusst zu treten, weil die psychische Natur nicht von den Wänden der Körperlichkeit begrenzt ist. Die Konzentration auf das Licht und die Kraft, begleitet mit dem Bewusstsein in psychischer Wesenheit und gleichgeschaltet in die fiktive Stelle des Nervenzentrums im Nabelbereich (Manipura), führt zur Entfaltung der Fähigkeit, sich bewusst mit Geschöpfen von Astralwelt und niedrigerer Himmelswelt zu verkehren. Die Beobachtung von Änderungen in der Geistessphäre eigenes Daseins bei gutem Selbstbewusstsein und gehobener Laune gilt als die Konzentration hoher Stufe. Aus diesem Grunde ist dies möglichst erstrebenswert. Sonstige Konzentrationsformen vermitteln lediglich Erlebnisse aus Beziehungen mit Gebilden der Astralwelt, die personifizierte Geisteszustände oder die Tätigkeit der Leute darstellen. Der nicht erkennende Mensch schreibt diesen Erlebnissen aufgrund ihrer Natur eine hohe Qualität und Bedeutung zu, in Wirklichkeit aber bedeuten diese keine fortschreitende Durchgeisterung, weil sie in die Sphäre der Differentiationen gehören. Die Konzentration auf die Leere, die positives Potential der physikalischen Kräfte enthält, führt zum Begreifen der Natur des Absoluten. Ist das Absolute begriffen, kann der geistig wachsende Mensch hinein aufgesogen werden. Das Ergebnis der Absorption ins Absolute ist die Kraft und Tauglichkeit, die ermöglicht, die Sphären von Reaktionen zu vermeiden. Das Verharren in dieser Leere vervollkommnet den Geist des Individuums, das darein aufgesogen wurde, weil sie die Sphäre undifferenzierter Ruhe ist, aus welcher man alle Wechsel beobachten kann, die in der Erschaffungssphäre auftreten. Die Wahrnehmung deren ist eine Voraussetzung für das Verständnis, und das Verständnis bietet die Möglichkeit der Beherrschung. Geht der Fluss der durch Konzentration erstärkten Kräfte in die Sphäre vom Geschehen, ermöglicht das nicht die Ursachen vom Werden zu erkennen, sondern bringt es Reaktionen ganz anderer Art hervor. Die Sphären des Geschehens gehören in verschiedene Körperlichkeitsstufen und entsprechen den Hüllen (Körpern), die Menschlichkeitsmonade bemänteln. Diese sind:

  1. Materieller Körper
  2. Der Körper von Trieben
  3. Der Körper von Lebenskräften
  4. Der Mentalkörper
  5. Der Körper vom Verstand
  6. Der göttliche Körper
  7. Das Ich.

    Ihre Reaktionen werden durch die Konzentrationsqualität hervorruft. Die Konzentration auf den Körper (seine Form) erweckt das Gefühl vom Zittern. Aus der Konzentration auf die Lebenskräfte ergibt sich die Erkennung und Möglichkeit diese zu lenken. Die Konzentration auf die Ruhe, die nach der Unterdrückung von Wahrnehmung, Denken, Einbildungskraft und Anregungen zu jedweder Tätigkeit auftaucht, bietet die Möglichkeit, mit dem Bewusstsein sich über die spontan tätige psychische Natürlichkeit zu erheben. Die Konzentration auf ein Objekt besonderer Art bringt andersartige Erkenntnisse. Die Konzentration auf andere Menschen, die der Yogi für eine Vorstellung oder Silhouette ihres eigenen wirklichen Geschöpfes hält, bringt die Erkennung ihrer geistiger Stufe. Die Konzentration auf das räumliche Unendliche bietet ein Gefühl der Freiheit und insbesondere dann der Lockerheit. Die Konzentration auf einen Punkt in Elfenbeinfarbe zwischen den Augenbrauen bringt die Wahrnehmung der Geschöpfe von höheren Sphären sowie den Verkehr mit denen. Durch die Konzentration auf das innere Ich (Licht-Ich) erreichen wir die Erkennung der innersten Natur. Die Konzentration auf Nichts, aus welchem alles entstand, bringt die geistige Erlösung. Die Konzentration auf die Organe (Körperinstrumente) und psychischen (Nerven-) Zentren macht ihre Energie frei. Die Konzentration auf den nächsten höheren geistigen Zustand in der Linie eigener geistiger Entwicklung ermöglicht, diesen zustande zu bringen. Die Konzentration auf das psychische Nervenzentrum im Afterbereich und auf höhere psychische Nervenzentren bringt evidentes Durchleben einzelner Phasen der geistigen Entwicklung. Das Verharren des Bewusstseins außerhalb des Tätigkeitsbereichs führt zum Aussteigen aus dem Kosmos vom Karma. Durch die Unterdrückung der Sinnestätigkeit wird einerseits die Fähigkeit, die unsichtbare Welt wahrzunehmen, erweckt, andererseits wird die gewöhnliche Wahrnehmung erweitert. Die Unterdrückung der Lebensfähigkeit triebhafter Natürlichkeit bewirkt, daß die höhere Natürlichkeit zu Tage tritt. Die Unterdrückung von Neigungen (Zuneigung, Abneigung, Liebe, Hass, Mitleid, Grausamkeit usw.) führt die Vereinsamung und das Wissen herbei. Die analytische Konzentration auf bestimmte, einzeln hervortretende Geisteszustände führt zur Erkennung verschiedener karmischer Sphären. Die Unterdrückung vom Selbstbewusstsein im Sinne eines bestimmten (ausgeprägten) Ichs verursacht die Allgegenwart. Die Konzentration auf eigenes Wesen als auf ein Objekt, das durch kontemplative Konzentration durchgedrungen wird, führt zur Erkennung der Durchgänge von Willen, Bewusstsein und Ich. Die Erkennung dieser ermöglicht in die Körper anderer Leute einzutreten und auch die Frage der Unsterblichkeit mittels bewusster Seelenwanderung aufzulösen. Da diese sämtlichen Sonderarten der Konzentrationen in einer direkten mystischen Entwicklungsreihe liegen, kommt zu genannten Ergebnissen auch bei der gewöhnlichen mystischen Anstrengung, weil auf dieser Linie die Konzentration vertieft und verfeinert werden muss, denn es ist eine natürliche Folge von ständiger Übung (geistiger Bemühung). Und so auch ohne philosophische Kenntnisse kann der erstrebende Mensch beim ständigen Bestreben alle erwähnten Ergebnisse erreichen. Die Lehre über den Weg zur Vollkommenheit ist sehr einfach. Aber die Leute komplizieren sie, weil sie nicht die erforderliche Kraft haben, vornehmlich die sämtlichen Lehrenartikel zustande zu bringen. Darum wollen sie die Hilfe in leblosen oder sogar schädlichen philosophischen Konstruktionen finden. Wenn sie jedoch diese allen Konstruktionen abschlagen und beginnen, die Anweisungen der Lehre vorschriftgemäß zu verwirklichen, erreichen sie positive Ergebnisse ganz natürlich, durch das wahre Streben geschützt vor hinreißenden Hindernissen. Dies sei ein sehr gutes Vorzeichen.