Lehrsätze zum Schlussn

    Der Zweck der Konzentrationsanstrengung ist die Erkenntnis der Methode, wie das Ich vom Körper zu befreien ist, was eine Voraussetzung der geistigen Freiheit im überpersönlichen Sinne ist. Aus dem Grunde ist die Konzentration im höchstens wachen Zustand auszuführen. Man darf sich jedoch mit seinem Bewusstsein in keine differenzierten Bewusstseinszustände verlieren, auch darf er sich auf keine Wellen von Gefühlen und anderen Geistzuständen fesseln, weil er psychisch ins Karma anderer Art übergehen würde. Die Gefühlswellen und andere geistliche Zustände sind nämlich nur eine andere Äußerung der innerlichen, durch die Willenskraft unterdrückte Schwellungen, deren Beobachtung die richtige Konzentration ermöglicht. Unter diesen Umständen erlebt man nicht das, was bestimmt ist im Körper des menschlichen Wesens zu erleben. Der Mensch wurde untreu seiner Lage (seinem Zustand). Statt in der inneren Harmonie verknüpft mit der Anschauung auf Gott oder göttliche Qualitäten zu leben, bewegt er sich mit dem Bewusstsein in dunkler seelischer Sphäre und sammelt er andere unerwünschte Nebenerlebnisse. Aus denen gewinnt er keine erforderlichen Lebenserfahrungen. Da es möglich ist, die Lebenserfahrungen nur so zu gewinnen, dass man mit seiner analysierenden Aufmerksamkeit in seinem Körper verbleibt; dabei muss er sich des reinsten und innerlichsten Wesens bewusst werden. Die Konzentration des Sinnes (der Aufmerksamkeit) auf das reine Ich und gleichzeitiges vollkommenes Bewusstsein des Körpers und auch der seelischen Äußerungen bringt die Erleuchtung, weil unter diesen Umständen das Licht des höheren Prinzips (des beobachtenden Ichs oder Geistes) die niedrigere Prinzipe erleuchtet, in denen das Bewusstsein des Unerleuchteten siedelt. Werden die niedrigeren Prinzipe des Daseins vom Bewusstsein ausgeschlossen, kann dann nicht einmal bei der yogischen Bemühung das Licht des höheren Ichs nach unten in die niedrigere Natürlichkeit durchdringen, so dass es nur die Sphäre erleuchtet, in der es siedelt. Unter diesen Umständen gewinnt der Mystiker Erkenntnisse sowie Erfahrungen in abstrakten Sachen, während er im niedrigeren Sinne auf einer Stufe verbleibt. Denn die Vorrückung im Erschaffungsrang ist bedingt von der Übertragung des in höheren Sphären gewonnenen Wissens in die Elemente, die niedrigere Natürlichkeit formen. Es ist nicht nötig, die höheren Prinzipen der menschlichen Natürlichkeit zu erleuchten, weil diese erleucht sind, und es ist zwecklos, das Licht ins Unterbewusstsein zu übertragen, weil man als eine Wirklichkeit nur das begreifen kann, was ins Bewusstsein eintritt. Das bewusste Fassungsvermögen in der Sphäre der Gegenständlichkeit einzuhalten und dabei das Konzentrationsobjekt im Bewusstsein zu halten ist eine Entwicklungsübung. Unter diesen Umständen leucht das Licht des höheren Ichs das Gefäß der niedrigeren Natürlichkeit durch. Wenn das Licht des höheren Ichs das niedrigere Ich durchdringt, identifizieren sich dann die beiden Ichs miteinander und hierdurch wird die Vollkommenheit erreicht. Die Verwirklichung dessen stoßt jedoch auf bestimmte Hindernisse. Diese sind: Die Erliegungen den Neigungen der niedrigeren Natürlichkeit, vorübergehende Verluste des Bewusstseins von äußerer Welt, die Unaufmerksamkeit, unrichtige Ansichten und seelisches Chaos. Der niedrigeren Natürlichkeit müssen wir Widerstand leisten. Das ist möglich, indem wir ihre Ausdrücke erkennen. Das Bewusstsein der Sachen aus der sinnlichen Welt, die natürlichen Ausdrücke des Fühlens und die Sinneswahrnehmung sind die Äußerungen der niedrigeren Natürlichkeit, welche das geistliche Wachstum bremsen und verlangsamen. Wenn die sinnlichen Dinge auf den Menschen nicht einwirken, und trotzdem er sich die höchste seelische Aktivität bewahrt, beweist er damit, dass er sich beherrscht. Von vorübergehenden Verlusten des Bewusstseins (in der Sphäre der sinnlichen Erscheinungen) ist der betroffen, wer auf das Bewusstsein des Körpers während der Konzentration nicht achtet. Es ist nötig, sich beim streng wachen Bewusstsein zu erhalten, bis zum Augenblick der geistigen Wiedergeburt, und das Verfallen der seelischen Unbeweglichkeit zu vermeiden, die so leicht den Übenden befällt, der die Leere als den Stützpunkt oder Stützstand für seine Konzentration nimmt. Dann bringen die mystischen Übungen reale geistige Ergebnisse. Die Unaufmerksamkeit (aller Art) muss man durch die Erhaltung eines Gegenstandes im Sinn (im Bewusstsein) wegschaffen. Hierdurch lässt sich der Mensch mit seinem Bewusstsein in sich selbst nieder. Die unrichtigen Anschauungen werden beseitigt, indem man keine Schlussfolgerungen über die für ihn abstrakten und unbegreiflichen Sachen tut, die sich ihm in den Sinn zu Betrachtungen aufdrängen. Das seelische Chaos überwindet man durch das Nachdenken über angenehme und befriedigende Sachen. Damit schwingt man sich seelisch in reine Sphären empor. In die reine Sphäre innerlich übertragen muss man bestrebt sein, sich gut in der Sphäre des eigenen Körperwesens zu vergegenwärtigen, denn dies führt zur Verbindung beider Wesen oder der Natürlichkeiten seines Wesens. Nur eine Sphäre wahrzunehmen ist ein Merkmal der geistlichen Unvollkommenheit. Wenn wir vernichten, was wir Begrenzungsfaktoren nennen können, werden wir erlöst sein. Hiermit ist der Weg zur Vollkommenheit abgeklärt.