Hinweise zur Praxis

    Der Zweck dieser Lehre ist vorrangig den Menschen auf den Weg der Beseitigung der karmischen Folgen zu führen, die aus inneren Konflikten stammen. Man verfährt dazu durch die bewusste Herrichtung der psychischen Verzückungen und Spannungen. Auf diese Weise gelangt man zur Erkenntnis der Ursachen der spontanen Funktionen der psychischen Natürlichkeit. Auf Grund dessen kann er seine Stimmungen nach seinem Willen und Wunsch beeinflussen. Damit sind die Interessen dieser Lehre ins Innere gelenkt. Alle Einflüsse, durch welche die Sinneswelt auf uns einwirkt, werden in der psychischen Natur widergespiegelt. Daraus entstehen Erlebnisse und von diesen stammen Lebenserfahrungen. Daher stellen die richtig gelenkten Funktionen der psychischen Natürlichkeit die bestimmenden Momente für die Erwerbung der Lebenserfahrungen dar. Stellt man nicht fest, daß es zwischen dem psychischen Zustand seines eigenen Wesens und dem Geschehen ein Verhältnis gibt und aus eigenem Antrieb er das nicht verhindert, wird er innerlich abhängig von äußeren Prozessen und Geschehnissen. Die Beziehung zwischen dem Prozess und dem Selbstbewusstsein soll unterbrochen sein. Dann tritt keine Beeinflussung durch die äußere Begebenheiten ein. Resultierend daraus ist, daß die Konflikte, die ein gefühlsbetont lebender Mensch als ein Leiden durchlebt und auffasst, aufhören werden. Das Leiden, die Freude, der Schmerz, die Begeisterung usw. werden beseitigt sein. Es wird ein Seelengleichgewicht erzielt. Die Unaufmerksamkeit, die Gleichgültigkeit zu eigenen Geistzuständen, die moralische Zuchtlosigkeit, das Willfahren den Forderungen des niedrigeren Ichs, das Erfüllen des Sinnes mit lediglich materiellen Sachen und Vorstellungen - das alles zerstört die innere Ruhe, gleichkommend der Rettung. Daher ist es nötig sie zu bewältigen. Dies erzielt man durch die vollkommene Selbstbeherrschung, deren bedeutsamste Äußerungen die dauerhafte Unterdrückung der sämtlichen inneren Reize und die absichtliche Nicht-Wahrnehmung der Geistreaktionen darstellen. Die Selbstbeherrschung bedeutet: kein Wesen triebhaft zu lieben oder zu hassen, mit Aufmerksamkeit in sich konzentriert zu bleiben, auf keine Eindrücke aus äußeren Faktoren zu reagieren, die inneren Antriebe und Leidenschaftskundgebungen zu vernichten sowie alle Neigungen zu seelischen Äußerungen und Tätigkeiten, die nicht direkt nötig sind (zur momentanen Erhaltung der äußeren Existenz). Durch die Beherrschung der inneren Reize erhalten wir die Fähigkeit der überdurchschnittlichen Wahrnehmung. Unter diesen Umständen werden die Bemerkungen nicht nur auf die materielle Sphäre eingeschränkt. Für die scharfe Beobachtungsfähigkeit taucht die Welt der niedrigeren Geister, Götter, Engel und sogar die Brahmawelt auf. Die Welt der Formen ist die Kundgebung derselben Kräfte wie die oben genannten Welten und daher kann ein geistig entwickelter Mensch diese sämtlichen Welten in seinem natürlichen psychischen Zustand wahrnehmen. Die verschiedenen Stufen der energetischen Quanten sind wahrnehmbar, ist nicht der Sinn des beobachtenden Menschen durch Gehaltsänderungen zersplittert. Die Bemerkungen innerhalb der Grenzen der allgemeinen Sinneswahrnehmung sind bedingt durch die Zersplitterung des Sinnes. Hiermit ist die Notwendigkeit der Selbstbeherrschung begründet. Die körperliche (bei Übungen) und die psychische (unaufhörliche) Unbeweglichkeit stellt eine vollkommene Selbstbeherrschung dar. Sie bringt Wahrnehmungen der Sphären von den gröbsten bis zum Urelement der Erstattung. Die Hindernisse der vollkommenen Selbstbeherrschung sind die psychischen Schwellungen, die wir wahrnehmen, sowie die, welche unter der Oberfläche der Sphäre des Tagesbewusstseins stecken. Die Wahrnehmung der im Unterbewusstsein verborgenen psychischen Schwellungen erzielt man durch die Konzentrierung der Aufmerksamkeit (des Sinnes) auf Zustände, die aus dem Sinnesstandpunkt nicht kundgegeben sind. Werden die im Unterbewusstsein verborgenen psychischen Schwellungen mit durch Konzentrationsübungen geschärften Sinnen bemerkt, ist es notwendig, den weiteren Eingang dieser Schwellungen ins Bewusstsein zu verhindern. Durch die vollkommene Vernichtung dieser feinen Aufregungen erringen wir den Sieg über die eigene psychische Natürlichkeit. Dies ist die Bedingung der Vorrückung im Erschaffungsrang. Lässt man sich von den feinen Schwellungen der psychischen Natürlichkeit wegtragen, während man sie gut wahrnimmt, gewinnt man die Fähigkeit, die Astralformationen zu sehen. Darin steckt eine große Gefahr. Unheilvolle Vorahnungen sowie Trugbilder erwecken im Menschen Angst. Die Kraft ist gebrochen und der Mensch als ein erlebendes Geschöpf verfiel der Angst und dem Leiden. Durch die Überwindung der Launen, die als Reaktionen auf die feinen Weltallvibrationen entstehen und die unter dem Niveau des täglichen Bewusstseins verlaufen, bewältigt man die Gefahr. Zugleich wird er dadurch gestärkt und auch befähigt, weitere Erkenntnisse zu ertragen. Der überwältigenden Kraft der Natürlichkeit zu widerstehen heißt Askese. Die bringt vielseitige Kräfte und Fähigkeiten. Diese sind nötig zum vorgeschriebenen Ertragen der Reaktionen auf die Bemühung, das geistige Wachstum zu beschleunigen. Diese Reaktionen erweisen sich als geistige Konflikte und Depressionen. Auch wird mit diesen Kräften der Einfluss der Bewohner der höheren und feinen Welten bewältigt. Hierdurch werden die von dieser Umgebung gelegten Hindernisse überwunden. Wenn man sich an eine unbewegliche Körperposition gewöhnt und kompromisslos die groben (evidenten) Geistverzückungen unterdrückt, stellen sich bei ihm mystische Zustände ein. Durch ihre Wirkung ändert sich seine Natur sowie seine wesentliche Wirkung. Die mystischen Zustände bestimmen nicht den Grad im Erschaffungsrang. Sie beweisen jedoch die Wirksamkeit der geistigen Bemühung und die sichtliche Kundgebung der höheren Intensität des inneren Lebens. Deshalb müssen sie als die ersten Schritte auf dem Wege zur Wiedergeburt gewertet sein. Der strebende Mensch hört sie nach gewisser Zeit auf zu bemerken. Der Grund dafür ist, daß im ihm langsam eine Neigung entsteht, sich mit dem Bewusstsein an die uferlose und wachvolle Leere zu haften, die nach diesen Konflikten (mystischen Zuständen) vor seinen Augen auftaucht. Die Konflikte erscheinen häufig weiter in Form der Wahrsagerträume. Denen darf man keine Wichtigkeit beimessen, damit man nicht an einem Zustand haften bleibt. Die Übung im Nicht-Haften bringt die geistige sowie mystische Vorrückung hervor. Das geistige Wachstum wird bis unter die Grenze der möglichstkleinen Beschleunigung verzögert und die geistige Freiheit wird auch verloren, bleibt man an irdischen und astralen Erscheinungen oder an geistigen Tatsachen haften. Daher ist es notwendig, solchen Zustand zu erreichen, in dem alle Wahrnehmungen automatisch annulliert werden und alle inneren Bewegungen und Erregungen unterdrückt werden. Damit werden alle notwendigen Bedingungen gewonnen.