1958

    Januar - Februar. Dieses Jahr befasste ich mich sehr viel mit der himmlischen Mechanik. Ich dachte mich in die planetarischen Perturbanzen hinein und errechnete diese, und zum Schluss tauchte mir die Vorstellung auf, daß die Welten im Raum sich wie in stützenlosem Milieu verhalten, wohin sie von irgendeinem Herr Gott aufgeworfen wurden. Er musste sie dorthin drunter und drüber aufgeworfen haben, und weil sie kein oben oder unten gehabt hatten, begannen sie aufeinander zu wirken. Die größeren zwangen die kleineren sie umzukreisen, oder wenigstens ihre Bahnen in dem furchtbaren Weltraum zu stören, der im Verhältnis zu mechanischen Körpern so tot und dunkel ist, daß es sogar gruselige Gedanken hervorruft.

    Dann fiel es mir jedoch ein: durchdringt den Kosmos wirklich nur die Leere, Dunkelheit und tiefste Leblosigkeit? Die Körper, die in der kosmischen Leere mit ihren sämtlichen Merkmalen absoluter Leblosigkeit wohnen, können doch auch ins Lachen kommen und auf diese Weise als Sonnen - die Spender des Lebens - erstrahlen. Sie können wie mein seinerzeitiger Vishnu mit lebensspendendem Lächeln erprangen und auf diese Weise beweisen, daß der Weltraum oder geistig tote Umwelt jedem Dasein eine Möglichkeit bietet, sich als lebendig zu erweisen, ob es nur ausreichend Kräfte hat, sich nicht von dem Milieu modellieren zu lassen, sondern selbst ein gewisses physikalisches Zentrum von Erscheinungen mit Hilfe des bestimmten personifizierenden Selbstbewusstseins zu werden.

    Wirklich: wenn man die Sternmechanik mit meinen Augen anschaut, fühlt er sich, als ob er sich vor jenen Vishnu stellen würde, der Schreck erregenden Atem ausatmete. Wenn er sich jedoch bewusst wird, daß lebendiges Dasein sich selbst ansehen und ausrufen kann: „Ich, Ich“ im lebhaften Akt von Energie teilender und nicht fesselnder Freude, wird er dann schon vor herrlichem Vishnu stehen, der ihm zu verstehen gibt, daß alles so ist, für welches es sich selbst in dieser atemlosen aber kraftgebenden Umgebung zu halten begann.

    Ich gelangte mithin auf eine andere Weise zur Erkenntnis, daß jede Erscheinung im Weltraum derart ist, für welche sie sich selbst zu halten begann. Und ist es dann möglich zu denken, daß ich dies als der erste erkannte? - Ich vermute nicht. Die formale Mahajana-Einweihung enthält in sich Elemente dieser Erkenntnis, denn sie stellt den Menschen vor die Leere, die zwar geistiger Art ist, aber sie hat alle Merkmale der kosmischen Leere, in der sich Planeten ohne jedwedes „oben oder unten“ bewegen. Und ob ich zur fühlbareren Erkenntnis des Systems vom kosmischen Dasein anlangte, indem ich sekundäre Perturbationen rechnete, ist das nur durch den Zeiteinfluss. Demgemäss können wir glauben, daß die „Forschungsreisenden durch geistige Räume“ dasselbe auf eigene Weise erkannten.

    Wenn uns die Frage einfällt, warum sich die Eingeweihten darüber nicht äußerten, ist es möglich unter den Einflüssen der Gegenwart zu antworten: Es gab hier ständig die Chruschtschows, denen es sehr viel daran lag, daß die Wahrheit derlei war, daß es ihrem Auffassungsvermögen entspräche. Das, was nach Chruschtschows die „Abänderungen der Materie“ tun, hatte einst Herrgott selbst getan. Wer dieser Ansicht nicht glaubt, setzt sich der Gefahr aus, daß er liquidiert wird, wie derjenige, der jenem nicht glaubte. Was liegt denn daran, daß es sich um die Erkenntnis handelte und handelt. Es gab und gibt Menschen, die als Usurpatoren auf keine andere Erkennung hören, als welche sie selbst anerkennen. Was über ihre Auffassung geht, ist einmal religiöse, ein andermal doktrinäre Ketzerei. Und doch ist auf dem Höhenpunkt der Erkennung die Grenze zwischen der Lebenskraft und der Leblosigkeit schwer zu definieren; der Kosmos, der einst zum Vergnügen der Leutlein geschaffen wurde, sei hier heute für eine gehörige Exploitation durch die unbegrenzte Begier der Geschöpfe, die sich für erbärmliche intellektuelle Fähigkeiten über alles erhöhen, was ebenfalls lebendig, aber mehr folgsam dem Gesetze vom selbsttätigen Karma ist. Das heißt allerdings das Sigill der Verdammung, die entsprechende Früchte bringt, wiewohl das verrückte, ja sogar von wahnsinniger Träumerei ergriffene Gemüt die Gedanken über die Ewigkeit erdichtet.

    Nein! Die gruselige kosmische Leere, die keine Stützen in Begriffen oben, unten, hier oder dort hat, ist hier nicht dafür, damit die sittlich durchaus verdorbenen Geschöpfe sich darin einrichten können, wie die Goldgräber, die aus ihren großen physikalischen Werten ergiebig Nutzen ziehen. Und die Vishnus, als zufällige Zusammensetzungen von Molekülen und Atomen, wissen zu erstrahlen für die Fähigkeit, sich in der lächelnden Sicherheit der selbststrahlenden Wesen zu vergegenwärtigen, diese werden immerdar eine Schutzwand bilden, die kein MENSCH übertritt, der geistig so tief herabkam, daß er alles für die Materie hält, die ihm dienen soll. Das Recht des Wesens auf die Existenz bildet Rückschlagschranken des Karmas, und diese reichen schon aus, damit derjenige, der nach der Herrschaft über kosmischen Tiefen greift, sich plötzlich in einen Dämon voll von Angst und Unwissenheit verwandelt, in ein dunkles und geistig unvermögendes Geschöpf.

    6. 11. 1958. Es ist beinahe Ende 1958. Eben drei Monate danach, wo sich bei Frau L. der Gesundheitszustand verschlimmert hatte. Der Arzt diagnostizierte Behinderung der Gehirnstämme, deren Ursache die Adersklerose sei. Der Blutdruck wankte innerhalb von zwei Minuten zwischen 240-170, wobei sie selbst durch Zustände von Begeisterung durchging, die sich bis zur Verzückung nahten.

    Diese paradoxe Einwirkung des Gesundheitszustandes auf ihre Gemütsverfassung plus ein Gespräch mit dem Arzt über die Wesensart dieser Erkrankung brachten mich zum Schluss, den ich in folgenden Worte kleidete: Das Übel des Todes ist überwunden. Und zugleich damit trat eine ergänzende Erkenntnis hervor, die das Problem des Todes betrifft, zu welchem ich vor zwölf Jahren während meiner zweiten Realisation gelangte.

    Damals gelangte ich von Augenblick zu Augenblick zur Überzeugung, „es gebe unter diesen Umständen im Universum keine Macht, die mich töten könnte“. Es war eine deprimierende Erkenntnis, denn sie war verknüpft mit dem Vorboten, daß der Mensch, der durch dieselben geistigen Entwicklungsstufen wie ich durchlebt, entsetzlichen Drücken schlechter Art ausgesetzt werden kann, die verursachen könnten, daß „der geistige Sieg in eine Niederlage umschlagen könnte“; statt der Erlösung ein neuer Abstieg ins Samsara in der Richtung zu Dämonen...

    Erst jetzt sah ich auf eigene Augen, daß ein langfristiger Druck der Lebenskräfte vom Unterteil des Körpers zum Kopf einen befreienden Augenblick sicherstellen kann. Und in meinem Gemüt formte sich eine Theorie über die Vorbereitung vom natürlichen Ausgang des geistigen Strebens in die Erlösung. Die Theorie, über die ich von himmlischen Geschöpfen, die eben, oder einst auch Menschen waren, nichts erfahren konnte...

    Also waren mir die Diagnose und Erkenntnis nützlich zur Identifizierung der Bedeutung von so genannten „Fadendurchgängen“ der Lebenskraft, die vom „harten Damm“ für diese Kräfte hervorgehen. Dieser Damm befindet sich im Rücken zwischen den Schulterblättern.

    Ich wusste seit langen Jahren, daß zwischen den Schulterblättern ein ernsthaftes Hemmnis für die Lebenskraft liegt, die Yogis durch die Konzentration in den Körperunterteil und durch die Manipulation mit dem Aufheben dieser Kraft zwingen, hinauf zu steigen. Unter diesen Umständen stockte die Kraft immer zwischen den Schulterblättern, und ob sie mit Gewalt gezwungen wurde, weiter hinaufzudrängen, verursachte sie meistens eine Erkrankung.

    In manchen yogischen Schulen verhütete man dieses unerwünschte Ergebnis mit der Konzentration, der das Schauen vom Scheitel durch das Rückgrat bis zum Steißbein zugrunde lag. Da kam jedoch vor, daß sich der Weg der Lebenskraft zu viel freimachte, und darum gerieten die Yogis in eine Verzückung mit Bewusstseinsverlust, wobei der Körper manchmal auch kühl wurde, bis zum Scheitel selbst.

    Was mich selbst anbelangt, wollte ich diesen Weg nie gehen. Ich erblickte darin den Ursprung von unkontrollierbaren Momenten, die ich geradezu befürchtete, weil ich wusste, daß sie zum Anfang von Meinungsirrtümern führen können. Daher zwang ich immer wieder die Lebenskraft auf jenes Hemmnis zwischen den Schulterblättern zu stoßen, was mich zur zweiten Realisation brachte.

    Ebenso zwang ich Frau L., diesen Weg zu gehen. Dieser Weg bewährt sich darin, daß es nie zu einer Verzückung mit Bewusstseinsverlust kommt. Und ihre zwölfjährige Anstrengung ließ mich sehen, daß das Durchdringen der Lebenskraft durch die „Fadenbahnen“ vom Damm zwischen den Schulterblättern zum zentralenzephalitischen System genügt, damit der Mensch einmal sterben kann mit Erhaltung von allen geistigen Werten, die er auf Erden im vorigen Leben erworben hatte.

    Was die Menge der Lebenskraft anbelangt, die Frau L. in den Kopf durch diese „Fadenbahnen“ schleuste, ist diese durch die Gefühle auf ihrem Gaumen ausgezeichnet. Es sind Gefühle, die Yogis dem Strom „Soma“ zuschreiben, der sich da wahrscheinlich an das Brahmarandrah anlehnt, das sich an der Grenze vom weichen und harten Gaumen befindet. Und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß dies im Falle von Frau L. mit Einwickeln vom „Protoplasma der Monade“ zusammenhängt; jetzt stellte ich wirklich fest, daß der Ursprung der „biologischen Existenz“ in der Entwicklung dieses Protoplasmas besteht, das sich in ungewöhnlich glücklichen Fällen erneut einwickelt.

    Bei normalen Menschentypen kommt zum Einwickeln dieses Protoplasmas nicht. Die Tendenzen ihres Lebens zeigen in die äußere Welt; das verursacht, daß die physiologische Entwicklung, vom Zentralgehirnsystem beginnend, von gleicher Entfaltung der psychischen Kräfte und Geistesanlagen gefolgt wird, so daß der normale Mensch im Zustand der Entfaltung aller Kräfte stirbt, und so auch im Zustand der Tendenzen sämtlicher Wesenskomponenten in die Welt. Hinsichtlich dessen kann man glauben, daß er die Materialien, die er für sein Dasein aus dem Bereich der physikalischen Werte aufgenommen hatte, in die Welt herausbrachte, wo er diese schließlich als abgenutzte Stoffe auf das Feld des allgemeinen Verfalls deponierte.

    Aus der Position der tiefsten geistigen Erkenntnis ist dieses Verhalten die Ursache vom Leiden, denn alle Tendenzen vom Dasein sind ins Samsara gerichtet, sie stärken es und erheben seine Kräfte. - Es ist nötig, sich dazu hindurchzuarbeiten, damit die ausgeliehenen Materialien des Daseins in die ursprünglichen Quellen, in den Bereich der physikalischen Werte, zurückgegeben werden. Dann wird der Mensch die Zustände der Geschöpfe erleben, die ihre sämtlichen Pflichten gegenüber Gott sowie dem Menschengeschlecht erfüllten. Das sei als eine Bemerkung genommen.

    Heute kenne ich also die Theorie über den Abgang aus dem Leben mit sämtlichen psychologischen Werten, mit welchen ein lebender, seelisch gut aufgebauter Mensch ausgestattet ist. Das ist jener Sieg über das Übel des Todes, und von diesem ist nicht weit zum Sieg über den Tod. Ich sah nämlich sehr deutlich, daß das Durchdringen einer bestimmten Menge der Lebenskraft aus der Beckengegend und den Stellen anliegend dem Bereich genannt zentralenzephalisches System zum friedlichen Tod führt, zu welchem der Mystiker mit allen mystischen Kräften und Wissen gelangen kann, die er in vorhergehendem Leben erreichte. Hierdurch weiß ich ebenfalls, daß ein Durchbruch von weiteren Quanten dieser Kraft es dem Tode unmöglich macht, sein Werk ohne Hemmungen zu tun...

    Ich erwarte nicht, daß Frau L. so weit kommt, so daß der Tod über sie keine Entscheidung treffen könnte. Ob sie jedoch für das Leben eingehalten wurde, obwohl sie näher dem Tode als dem Leben war, sehe ich darin die Zeit, die ihr gegeben wurde, um hinter den Bereich vorzurücken, wo der Sinn durch die Bildung von bestimmten Begriffen tätig ist, und den Zustand zu erreichen, in dem das Bewusstsein in Bildung von so genannten grenzenlosen Begriffen tätig ist.

    Die Erlangung von diesem Zustand würde beweisen, daß der wahre und gute Wille zur Befreiung (Erlösung) eine Voraussetzung ist, daß der Mensch ganz sicher den Bereich von Arúpa - Devas erreichen könnte, woher er dann (in das Absolute) verfliegen kann durch die Tendenz, erzeugt im vorigen Leben mit Hilfe vom Streben und Erlösungsdrang. Es wäre eine gute Zusage, die mehr reife Yogis kennen, wenn sie behaupten, daß der wahre Wille zur Erlösung solche Bedingungen bildet, daß der Mensch nicht nur die Zeit bekommt, sich der Vollendung widmen zu können, sondern sogar nicht einmal sterben kann er vor dieser Vollendung. Darum ist nicht eitel, nach der höchsten Realisierung sowohl im Alter, als auch wenn eine ernsthafte Krankheit schon das Leben zu bedrohen beginnt, zu streben.

    Es kommt daher darauf an, daß der Mensch sich einer systematischen Schulung ergäbe, deren Zweck ist, daß die Lebenskraft auf die wohl physiologische Hemmung zwischen den Schulterblättern drückt, und zwar so lange, bis ihre ausreichende Menge in das verlängerte Rückenmark (medula oblongata) und ins Zentralgehirnsystem übergeführt wird. Diese Schulung beruht darauf, daß der Mensch regelmäßig und bedächtig, stets von großer Moralkraft unterstützt, seine Aufmerksamkeit in den Körperunterteil richtet, und dabei durch Imagination und Willen die in diesen Stellen aufbewahrte Lebenskraft anregt, hinauf zum Kopf zu steigen.

    Diese Schulung bringt außer erwähnten überzeitlichen Ergebnissen auch viele gute zeitliche Ergebnisse, obwohl diese sowie jene Ergebnisse längere Zeit ausbleiben.

    Ich beschrieb das erste von letzten bedeutsameren Ereignissen der vergangenen Zeit, und jetzt möchte ich noch zwei weitere Sachen streifen.

    Zunächst geht es um meines Sohnes Heirat. Diese erwähne ich darum, weil sie die Entfremdung zwischen ihm und mir vollbrachte. Es zeigte sich, wie auch ein gelegentlicher Trauzeuge feststellte, daß mich mein Sohn nicht nur als den Mystiker nicht kennt, sondern nicht einmal als den Menschen. Deshalb kann man sagen, daß von ihm niemand Informationen über mich erhalten kann. Und ob es hier vielleicht noch etwas zu bereuen wäre, dann nur das, daß die mystische Linie in der Familie nicht eingehalten wird. Aber ich sage: vielleicht. Ich wurde immer vom Verständnis dafür geleitet, daß kein Mensch das Recht hat, die Familienmitglieder mit „seinen Steckenpferden“ zu beeinflussen. Im Hinblick darauf wurde mein Sohn den Beispielen der Welt ausgesetzt, und ein wenig Erfolg darin entschied über seinen Lebensweg. Also, ob ihn etwas von mir anschaut, ist es meine innere Ruhe..

    Eine weitere Sache hier ist ein zeitweiliger Besuch, mit welchem mich, bzw. uns, ein Mitglied der landwirtschaftlichen Genossenschaft, ein ehemaliger Landwirt, beehrt. Er erzählt ab und zu etwas, und ich muss konstatieren, daß ich wie eine Treibhauspflanze die raue Welt draußen anschaue. Er spricht nämlich davon, daß der einzige, noch Christ aus ihrem Dorf ihn belehre, er solle vernichten, was er nicht stehlen könne. Und während er das sagt, werde ich der Leiden bewusst, die Dörfer durchgingen.

    Es war ein schrecklicher Druck der politischen Verwaltung in dem Sinne, die Bauern in die Genossenschaften zu bringen, was immer die Schuldenlast und die Not bedeutete, und wie es noch scheint, auch Äußerungen großer sittlichen Verderbtheit. Die Leute stehlen, wünschen anderen nichts Gutes, und dabei sind sie gezwungen so zu wirtschaften, daß so viele Ergebnisse ihrer Arbeit zugrunde geht, bis es unglaublich ist. Sie sind gezwungen, den Viehstand einzuhalten, obwohl sie es nicht füttern können, so daß sie um es kommen. Sie lassen das Obst auf den Bäumen faulen, während es Menschen gibt, die sich 2 Kilo Äpfel für den Winter kaufen dürfen, die Früchte auf dem Feld faulen, Kartoffel und Rübe frieren ein, obwohl bei Ernten den Bauern so genannte Feldbaubrigaden helfen. Der Lebensunterhalt ist so teuer, daß die meisten Leute kaum für sich selbst genug zu leben haben - nämlich nur für eine einzige Person. Dabei macht man Überstunden, sogar sonntags; die landwirtschaftlichen Genossenschaftler haben nicht mehr die Arbeitswoche, sondern ein Halbjahr.

    Wir leben daher in wirklicher Hölle, die sich einst in meinen Visionen als ein charakteristischer Zustand der Zukunft projizierte. Diesbezüglich sagte ich damals die Wahrheit, über die „vernünftige Menschen“ lachen würden. Deshalb geht es heute nur darum: können sie noch lachen? - Wohl nicht mehr, aber mit Entschiedenheit sind sie noch imstande, über die Zukunft optimistisch zu sprechen. Sie sind. Ich nicht. - Die Sittenverderbnis ist für mich bloß ein Muster von innerlicher Verkommenheit der Leute als Individuen, und diese Verderbnis ist eine Voraussetzung für eine noch pessimistischere Ansicht der Zukunft.

    Vielleicht könntet ihr, Menschen, über eure innerliche Sittenverderbnis stutzig werden. Vielleicht könntet ihr an die Revision eures „Rationalismus“ denken, der die Moral, aussprechbar mit Worten: „Es wird sich zeigen, wer gewinnt“, bestimmt. - Oder seid ihr bisher unzulänglich überzeugt, daß ihr u fragliche Wege schreitet?

    Ob es so ist, erretten euch keine Wasserstoffbomben. Da euch die Sittenverderbnis zugrunde richtet. Und du, Einzelperson, wirst du dich möglich so verhalten, wie Buddha irgendwo sagt: „...Wenn zu der Zeit jemand einen anderen trifft, schreit er auf: „Ei, welch ein Tier!“, und beide stürzen sich aufeinander los.“ Jawohl! So ist das Ergebnis der Entsittlichung, die falsche Propheten durch ihren Optimismus ins festlichere Gewand kleiden.

    Aber was! Ich werde nicht in die Welt und an die Wege ihrer Geschöpfe schauen. Da irgendwo in der Nähe steht der Tod, und er winkt uns liebevoll zu als die Mystiker, die ihm die Spitze abbrachen. Und ihr alle, die schon müde sind der Welt, die sich völlig in Schrecken der Sittenverderbtheit und in noch größeren Schrecken von Folgen dieser Verderbtheit aufgeht, trachtet auch - wie wir - in diese Richtung hinzublicken. Ihr werdet vielleicht ziemlich lange schauen, aber eines Tages könnt ihr doch nur sehen: die Transzendenz als eure künftige, herrliche, einladende Heimat...